Fort William

ich am 29. Juli 2010 um 18:55

Wie gesagt unsere Unterkunft ist spitze. Ich habe super geschlafen. Um 8:00 Uhr gab es ein reichliches Frühstück. Danach sind wir in die Stadt gegangen, um ein wenig nach Souvenirs und einfach so mal zu gucken.

Auf dem Weg zu dem Visitor Center sind wir an einem super alten Friedhof vorbei gekommen. Wir sind durch das Eingangsportal reingegangen. Die ganze Zeit über habe ich mich dort unwohl gefühlt. Nicht, dass ich Friedhöfe nicht mag oder so, aber ich hatte wirklich Angst, dass ich da irgendwas zerstöre. Alle Gräber waren schon mehr oder weniger verfallen, genauso wie die Grabsteine. Das Gras war super weich und überall wucherten Him- und Brombeeren.

Beim Visitor Center haben wir erst mal Pause gemacht. Es ist super warm gewesen. Danach haben wir erst mal die gekauften Sachen aufs Zimmer gebracht. Danach sind wir noch ans Loch gegangen um das Wetter noch ein wenig zu genießen. Da war es aber leider nicht mehr so schön sonnig und warm wie vorher…

Mittlerweile sind wir wieder in de Pub von gestern zum Abendessen.

Kinlochleven – Fort William (23 km)

ich am 28. Juli 2010 um 20:41

Die Nacht war erholsam und aufstehen wollte ich nicht wirklich. Naja, um 7:00 Uhr muss das auch eigentlich im Urlaub nicht sein. Aber da wir ja heute unsere längste Strecke vor uns hatten, mussten wir das wohl. Sowohl aufstehen als auch so früh. Das Frühstück war wieder super reichlich und unsere Lunchpakete riesig. Am Frühstückstisch, naja man müsste eigentlich sagen an den Frühstückstafeln (2 lange Tische mit je 10 Plätzen), trafen wir dann einige aus den vorherigen Unterkünften wieder. Da im Grunde seit Tyndrum die Auswahl an Unterkünften nicht besonders groß ist, läuft man sich da dann irgendwie doch ab und zu mal wieder über den Weg.

Auch auf der Strecke heute haben wir immer wieder bekannte Gesichter gesehen. Das hat sowohl beim Frühstück als auch unterwegs für einiges Gegrinse gesorgt.

Ein wenig Bedenken hatten wir, dass wir rechtzeitig ankommen. Das Gepäck von unserem Bring-Service konnte nur bis 19:00 Uhr abgeholt werden.

Außer an der ersten wirklich üblen Steigung – so ähnlich wie gestern bei den Devil’s staircases – sind wir nicht wirklich sehr zügig voran gekommen. Das hat es schon in sich. Aber hinterher hatten wir fast die ganze Zeit – nur passend zu unserer Rast bei ungefähr 10 km war es trocken und fast sonnig – Fieselregen. Davon abgesehen gab es auf der Strecke auch nicht wirklich was zu sehen. Die meisten derr typischen tausenden kleiner Wasserfälle und Bachläufe hat man meist nur gehört anstatt sie zusehen. Ansonsten war runtherum nur Wald, gerodeter Wald oder Wiese. Also nicht wirklich spannend. Die Wegstrecke bestand meistens darin, über kleinere oder größere Steine Berg rauf und runter zu kratseln oder ober kleinere oder größere Rinnsäle, Pfützen oder Bachläufe zu kommen.

Die absolute Kröung unseres Weges waren die letzten 3 km direkt an der Hauptstraße entlang. Das fanden wir alle ziemlich ätzend. Sonst ging es immer wunderbar durch die Natur und als Abschluss so was??

In Fort William gibt es mittlerweile zwei Endpunkte des West Highland Ways. Beim alten haben wir ein Foto gemacht. Zum neuen wollten wir eigentlich gar nicht hin. Allerdings lag unsere Unterkunft in der Richtung, so dass wir sowieso dran vorbei gekommen sind. Moderner halt aber nicht wirklich schön. Ich denke, die haben den Punkt hauptsächlich deswegen verlegt, damit sie die ganzen Touristen in die Innenstadt bekommen…

Nun gut, es gibt wirklich ein paar Lädchen, die mich interessieren und in die ich Morgen mit Sicherheit noch gehen werde.

Eigentlich hatten wir alle gar keine Lust noch so weit zu laufen, weil die Füße heute wirklich ziemlich platt sind. Aber der Weg hat sich echt gelohnt. Unsere Unterkunft ist ein altes ziemlich herrschaftliches viktorianisches Haus mit stilechter wunderschöner Inneneinrichtung. Ich könnte auch gut den ganzen Tag damit verbringen hier Detailfotos zu machen. Wunderschöne alte Schränke, Kommoden und Lampen sind in den Zimmern. Von den wunderschönen Tapeten und Teppichen ganz zu schweigen… Jetzt machen wir uns fit und gucken mal, was wir dann noch so tun…

Was ich hier besonders cool finde: Altes ist mit Neuem vermischt. Zum Beispiel im Badezimmer. Die Duschabtrennung (ungefähr 1/4 Kreis) ist aus Glas, ganz gerade und modern. Der Duschkopf und die Armaturen sind alt und aus Messing. Als Deckenbeleuchtung über der Dusche sind blaue LED eingelassen. Man hat fast das Gefühl als ständ man in einer dieser super modernen Lichtduschen. Ich finde das faszinierend.

Kingshouse – Kinlochleven (14 km)

ich am 28. Juli 2010 um 20:39

Heute Morgen sind wir nach einem leckeren reichlichen Frühstück bei leichtem Regen aus der Unterkunft aufgebrochen. Die meiste Zeit war es aber dann zum Glück doch schön. Leider war der Wind teilweise sehr heftig und besonders oben auf dem Berg ziemlich kalt. Wir sind die Devil’s staircase hoch gestiefelt. Da war es gut, dass es nicht geschüttet hat, sonst wäre uns das ganze Wasser von oben entgegen gekommen… Oben auf dem Berg sind die Jungen weiter noch ein Stückchen weiter auf einen Berggipfel abseits des Weges, um einen Cache zu suchen und die Aussicht zu genießen. Der Hamsta und ich haben auf dem höchsten Punkt des WHW gewartet. Die meiste Zeit war es trocken und die Sonne hat teilweise auch geschienen. Zwischendurch hat es aber auch gefisselt und der Wind hat uns ganz schön durchgepustet.

Genauso kurvig wie es hoch ging, ging es hinterher auf der anderen Seite auch wieder runter.

Wenn so viele große Steine auf den Wegen liegen, dass man wirklich gut aufpassen muss wo man hintritt, das ist ja überhaupt nichts für mich. Den Jungen scheint das überhaupt nichts aus zu machen. Teilweise gehen sie auch abwärts ohne die Stöcke einfach über die Steine drüber, als wäre es eine ganz normale Straße…

Inzwischen sind wir in King Lochleven angekommen. Unsere Unterkunft ist echt genial – wie immer Fotos folgen. Das Haus ist wirklich tierisch riesig. Wenn das allese mal Kinderzimmer gewesen sind, müssen die eine Riesenfamilie haben…

Bei uns zu Hause – in unserer Wohnung sowieso nicht – aber auch bei meinen Eltern oder so fänd ich das total ätzend, wenn überall irgendwelche kitschigen Porzellanfiguren rumständen und rosapastellfarbene Tapeten die Zimmer schmücken würden. Aber hier passt das irgendwie zu dem Haus und dem Ambiente… Jaaa, ich weiß, auch bei uns stehen Dinge herum, aber die sind trozdem – zumindest für mich/uns – nicht kitschig.

Momentan sind wir dabei uns fertig zu machen, um dann gleich wieder in den Ort runter zu gehen, um was zu essen.

Zwischenbillanz fast am Ende

ich am 26. Juli 2010 um 22:11

Jetzt ist unsere Zeit hier fast schon wieder um… Eigentlich könnte ich gut noch länger hier bleiben. Aber das ist ja meistens im Urlaub so.

Wir merken regelrecht, dss wir mit dem Wandern besser und besser zurecht kommen und insgesamt schneller werden. Es macht uns super viel Spaß. Bisher hatten wir noch keine Blasen oder andere größere Schwierigkeiten. Klar, abends haben wir meist erst mal platte Füße, aber wenn man erst mal die schweren Schuhe ausgezogen, geduscht, reichlich mit den Zehen gewackelt und sich umgezogen hat, sieht die Welt schon wieder bunt und toll aus…

Wir werden wohl noch öfter solche Touren machen.

Mit der Zeit merkt man, was man so alles braucht und was definitiv nicht. Doch dazu mehr, wenn ich schnelleres Internet habe und nicht so müde bin.

Wo ich schon mal ans Netz komme, was hier ja eher die Seltenheit ist, wollte ich zumindest den “Tagesbericht” einstellen…

Inveroran – Kingshouse (16 km)

ich am 26. Juli 2010 um 22:05

Ich habe super gut geschlafen. In diesem Örtchen ist sowas von absolut nichts los, dass wir das Fenster auf lassen konnten und wirklich absolut nichts gehört haben von draußen.

Heute Morgen hatten wir dementsprechend wenig Lust, wieder aufzubrechen. Nach dem Frühstück habe ich mich erst mal noch aufs Bett gelegt und es genossen.

Heute ging es dann über 10 km durchs Moor. Ich hatte mir das Ganze spannender vorgestellt. Unter Moor verstehe ich eigentlich nicht nur grüne Hügel… Außerdem führte ein breiter Schotterweg mitten durch. Also nichts mit vorichtig durch das Moor tasten. Naja, dafür hatten wir wenigstens ein wenig stilechten Regen. Nach dem ersten großen Guss hatten wir ein trockenes Stück und wollten gleich in einer schönen Hügellandschaft Pause machen. Mehr als ein Sandwich haben wir aber nicht geschafft, dann fing es wieder an zu regnen. Bei dem Cache, der in der Nähe des Weges – sprich den nächsten Hügel hoch – lag, haben wir dann wieder Pause gemacht. Da hatten wir sogar Sonne.

Den Rest des Weges war es trocken und wie auch am Anfang schon teilweise sehr windig.

Jetzt sind wir im Hotel. Im Reiseführer stand, dass es wohl früher sehr oft negative Kritiken gegeben hat. Da müssen sie aber anscheinend sehr viel verändert haben, denn sowohl von außen als auch hier drinnen sieht es sehr gemütlich aus. In der Bar riecht es zwar etwas abgestanden, aber es ist eine Bar…

Tyndrum – Inveroran (15 km)

ich am 25. Juli 2010 um 18:20

Hamsta-Geburtstag.

Nach einem etwas überhasteten Aufbruch aus dem *hüstel* Hotel, wo wir beim Frühstück noch ein geöffnetes bereits mehr als halb verzehrtes Marmeladen”döschen” gefunden haben, waren wir froh, endlich raus zu sein…

Draußen sah es aber alles andere als schön aus. Überall hingen dunkle Wolken um die Berge. Aber kaum sind wir los gegangen, wurde es wieder schön. Es hat kein einziges Mal geregnet, dafür hat es – besonders als wir die lange Strecke auf den Berg hoch gegangen sind – ziemlich stark gewindet… Beim Abstieg nach Inveroran wurde es mir dann doch auf die letzten Meter zu kalt. Bevor ich mir ne fette Erkältung oder ne Rippenfellentzündung fange, habe ich mir mein dünnes Fleece übergezogen.

Die Unterkunft kann man im Grunde vom Gipfel des letzten Berges über den wir mussten, schon sehen. Sieht toll aus, ist toll. Alles ist etwas urig, aber sehr gemütlich. Allerdings ist die Unterkunft hier wirklich voll am A… der Welt. Wenn ich das während des Abstieges richtig gesehen habe, gibt es hier direkt in der Nähe gar keine Häuser und dann erst die Straße entlang 2 oder 3 und das wars. Das ist dann ganz Inveroran ;o)

Crianlarich – Tyndrum (12 km)

ich am 25. Juli 2010 um 18:13

So gestärkt sind wir dann weiter in Richtung Tyndrum gelaufen. Nach ein paar stärkeren Anstiegen am Anfang war es eigentlich mehr oder weniger eben. Viel zu sehen gab es nicht. Auf einer kurzen Strecke gingen wir im Grunde direkt durch eine Schafherde. Die Tiere grasten nur knapp 2m weiter…

In unsere Unterkunft kamen wir rein, es sah alles ganz nobel aus. Aber wir gingen dann durch diverse schiffinnenlebenähnliche Gänge und kamen in den Motelbereich des Hotels. Die Zimmer sehen wirklich *räusper* toll aus… Wir sitzen jetzt lieber hier im Pub anstatt im Zimmer uns auszuruhen. Da fand ich die Jugendherberge noch angenehmer…

Morgen werden wir ein paar ordentliche Steigungen haben. Ich hoffe wir können in diesem durchgelegenen Bett gut schlafen… Von abgeschnippsten Fingernägeln, Gras und Dreck auf dem Boden bis dreckigen Laken und Fiechern an den Wänden war alles dabei. Die Heizung hat gebrummt, deswegen mussten wir sie anstellen, eine Lampe hat die ganze Nacht gesurrt. Ich bin froh, dass die Nacht jetzt vorbei ist. Frühstücken und dann nix wie weg hier…

Inverarnan – Crianlarich (11 km)

ich am 25. Juli 2010 um 18:12

Heute Morgen sind wir aus Inverarnan aus dem Rose Cottage los gegangen. Es war trocken, ab und zu hat die Sonne geschienen. Zum Glück hatten wir bei dem ganzen Aufstieg auch ein wenig Wind ab und zu zumindest dabei…

An einem lauschigen Plätzchen an einem Bachlauf haben wir Rast gemacht. Heute auf dem Weg haben wir zwei Caches gesucht und gefunden, die in unmittelbarer Umgebung des Weges waren. Der erste Versuch ganz am Anfang unserer Reise, bei dem es erst mal noch ca. 700 m in die Wallachei ging, war ja nicht so erfolgreich und hat uns viel zu viel Zeit gekostet. Hier ging es relativ schnell und war wie gesagt direkt auf der Strecke.

Am Bahnhof hier im Örtchen haben wir drei Wanderer getroffen, denen wir unterwegs schon begegnet sind. Sie suchen noch nach einer Unterkunft. Hier im Ort ist wohl alles schon belegt und der nächste Zug fährt erst um 20:00 Uhr. Da war es aber erst 16:30 Uhr…
Als wir da mit den dreien noch standen, kamen auch die zwei Deutschen, die wir gestern im Pub getroffen haben.

Jetzt sind wir in unserem schicken Guest House in Crainlarich, machen uns frisch und starten dann gleich zum Abendessen… Das ist ein altes viktorianisches Haus. Auch innen ist alles total nobel.

Das Frühstück war sehr reichlich und unser Lunchpaket ist monstermäßig…

Ardleish – Inverarnan (5 km)

ich am 22. Juli 2010 um 18:39

Da wir 1. heute eine sehr sehr kurze Strecke hatten und 2. das Wetter so toll war, haben wir nach einem sowieso schon späteren Frühstück in aller Ruhe unsere Sachen gepackt, haben uns mit der Fähre wieder auf die andere Seite bringen lassen und haben uns dann an ein kleines Fleckchen Wiese am Rand des Loch Lomond gesetzt und das Wetter genossen. Wir hatten nur mittelmäßige Steigung, jede Menge kleine Wasserfälle und Rinnsale – wie die letzten Tage auch schon.

Jetzt sind wir in unserer Unterkunft: im Rose Cottage und machen uns gerade alle erst mal frisch. Es war zwar heute nicht weit und nicht wirklich anstrengend, aber dafür sonnig und warm…

In den anderen Unterkünften waren die Leute sehr bemüht und haben erst mal alles gezeigt und erklärt und so. Die Frau hier hat nur kurz “Tag” gesagt und gesagt wo die Zimmer sind und fertig…

Rowardennan – Ardleish (18 km)

ich am 22. Juli 2010 um 18:34

Laut Reiseführer wäre die Strecke heute außer einem kleinen Anstieg recht am Anfang mehr oder weniger eben gewesen. HAHA. Also was das angeht, kann man diesen Resieführer wohl eher in die Tonne kloppen. Wir mussten teilweise echt übel klettern… Fotos kommen erst später…

Um ganz kurz vor 19:00 Uhr haben wir den Signalball an der Anlegestelle für die Fähre gehisst. Kurze Zeit später kam ein kleiner Kutter angefahren – ganz klassisch mit Hund an Bord – und brachte uns rüber nach Ardlui.

Im Hotel hier haben wir erst mal geduscht. Wie bei der Jugendherberge sieht es von außen nobler aus als innen. In ganz vielen Häusern und auch hier im Hotel, gibt es ganz viele alte Möbel. Abends haben wir unten im Hotel noch gegessen. Wie die letzten Tage auch – aber draus schlau sind wir irgendwie noch nicht geworden – hatten wir irgendwie kaum Hunger. Das ist ganz seltsam. Wir sind den ganzen Tag von morgens bis abends unterwegs und haben abends kaum Hunger – dafür Duuuurrst!